MAGAZIN
26.10.2021

(Anti)diskriminierung: Was hat das mit mir zu tun?

Eine Frage, die sich vielleicht vielen Menschen stellt. Wir wollten das Thema proaktiv angehen und es in den Kontext unserer Beratung stellen: Warum sollten wir uns als Berater:innen mit Diskriminierung auseinandersetzen? Weil es ein Thema ist, dass uns alle angeht. Deswegen war es uns als Team von Drunk Octopus Communications ein Anliegen, uns intern mit diesem Thema befassen. Denn zu lernen haben wir alle. Also haben wir einen Workshop mit Sophie Irmey, Referentin für (Anti)diskriminierung und Diversity, gebucht.

Vier Stunden hatten wir eingeplant, um uns in Sachen Diskriminierung mit der Expertin Sophie Irmey weiterzubilden. Der Workshop begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde und der persönlichen Einordnung unserer jeweiligen Identifikation, also ob wir uns beispielsweise als unser biologisches Geschlecht identifizieren. Denn hier fängt Diskriminierung unter Umständen schon an. 

Intersektionalität, Heteronormativität, Sexismus, Rassismus, Allyship… 

Sobald es um die Begrifflichkeiten rund um das Thema Diskriminierug ging, spürten wir bereits Wissenslücken. Aber Sophie Irmey erklärte mit viel Geduld die Begriffe, ihre Entstehung und wie sie im Alltag korrekt anzuwenden sind. Anschließend ging es an die Selbstreflexion: Wo positionieren wir uns persönlich, was sind unsere Erfahrungen mit Diskriminierung, wo ist sie uns schon begegnet? 

Richtig spannend wurde es, als jede:r von uns sich eine neue Identität per Zufallsprinzip zog. Unter anderem aus Herkunft, Religion, Geschlecht, Sexualität und Beruf ergaben sich so Background-Stories für uns. Sophie beschrieb verschiedene Szenarien, trafen sie auf unsere zugeschriebene Identität zu, machten wir einen Schritt nach vorne. Es standen Fragen im Raum, wie etwa, ob unsere Person ohne weiteres einen Kredit bekäme, sorgenfrei nachts über die Straße gehen oder ihren Job ortsunabhängig durchführen könne. Konnten wir nicht bejahen, blieben wir stehen. Schon nach den ersten Aussagen wurde klar: Unter uns befanden sich ein paar Identitäten, die komplett abgehängt sind. Und spätestens hier wurde uns klar, in was für einer privilegierten Situation wir uns befinden. Denn ganz ehrlich: Uns stellt sich zum Beispiel nicht die Frage, ob wir einfach so in einen Club gehen können oder Blut spenden dürfen. 

Haltung – das große Ziel

In Kleingruppenarbeit untersuchten wir am Ende, ob in unserer Arbeit Ausschlüsse oder Diskriminierung stattfinden, wie wir darauf reagieren könnten und was bei uns schon gut läuft. Die Ergebnisse zeigen: Wir sind auf einem guten Weg. Doch wir wollen uns auch nochmal mit ein wenig Abstand zusammensetzen und dann sehen, ob wir – als Agentur – eine Haltung für uns herausarbeiten können. Klar ist: Auf unserer Website wird mittlerweile gegendert, wir weisen uns im Alltag gegenseitig auf Fettnäpfe hin und sagen uns auch mal deutlich, wenn etwas diskriminierend ist. Auch unseren Kund:innen wollen wir mit neuen Kenntnissen gegenüber treten. Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit dem richtigen Mindset und Zeitgeist. Denn nur wenn wir aktiv dran bleiben, kann struktureller Rassismus und ein diskriminierendes System überwunden werden.   

Stimmen zum Workshop:

„Der Workshop war sehr lehrreich. Ich fand es super, dass es nicht nur darum ging, etwas über Diskriminierung allgemein zu lernen, sondern dass wir bei uns selbst angefangen haben. Reflexion ist entscheidend dafür, dass Diskriminierung in jeglicher Form zurückgeht. Dazu habe ich einige Begriffe gelernt, die ich zwar kannte, aber bei denen ich nicht wusste, was sie bedeuten. Ich denke insgesamt, dass wir aus diesem Workshop viel inhaltliches mitnehmen können.“

Claudia Kobbenbring

„Ich finde wir haben gelernt, dass Diskriminierung oft viel näher ist, als man denkt. Und das Diskriminierung oft auch viel früher beginnt, als wir glauben. Sprache ist ein wichtiger Teil davon. Als PR-Akteure sollten wir versuchen, strukturellen Ungleichheiten aktiv mit dem bewussten Einsatz von Sprache entgegenzuwirken. Auch wenn das bedeutet, dass wir gelernte und gewohnte Muster verlassen müssen.“

Carlo Persico

„Der Workshop hat mich noch einmal genau über alltägliche Diskriminierung nachdenken lassen. Für mich nehme ich aus dem Workshop mit, mich mehr mit dem Thema im Alltag – privat wie im Arbeitskontext – auseinanderzusetzen.“

Vanessa Batzer